Ausstieg bei Anlegergeschäften immer noch möglich

Nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) mit mehreren Entscheidungen die Rechte geprellter Anleger gestärkt hat, gilt es diese Ansprüche auch weiterhin geltend zu machen. Neben Anlegern die mit WGS-Fonds oder atypischen Beteiligungen der Securenta AG ihr Geld verloren haben, sind vor allem die Geschädigten betroffen, die zu Hause oder auf der Straße (sog.: Haustürsituation) zu Geldanlagen oder dubiosen „fondsgebundenen Altersvorsorgegeschäften“ überredet wurden. Meistens sind die Anleger nicht ordnungsgemäß über ihr Widerrufsrecht belehrt und nur unzureichend über die Risiken und finanziellen Rahmenbedingungen des Geschäftes aufgeklärt worden. In diesen Fällen können die Anleger ohne Rücksicht auf die zwischenzeitlich eingetretenen Verluste ihre volle Einlage zurückfordern. Im Zuge der Schuldrechtsreform sind mit Ablauf des Jahres 2004 Ansprüche auf Schadensersatz wegen Verletzung der Aufklärungs- und Beraterpflichten teilweise verjährt. Ansprüche auf Befreiung aus noch laufenden Darlehen sowie Forderungen aus sittenwidriger Schädigung können aber weiterhin geltend gemacht werden.

Paul Köhne

Rechtsanwalt in der Kanzlei Köhne – Heinrich – Fiedler

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